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Im Kino: „The Way Back – Der lange Weg“

The Way Back - Der lange Weg

Genosse Stalin und seine Schergen machten seinerzeit keine großen Unterschiede, wen sie in ein Lager steckten. So darf es nicht verwundern, dass in Peter Weirs „The Way Back – Der lange Weg“ ein sehr internationales Häuflein von Unerschrockenen kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs die Flucht aus einem Lager in Sibirien wagt und sich auf eine Odyssee begibt, gegen die die homerische zumindest geographisch überschaubar war. Auch starpolitisch geht es in diesem von „National Geographic“ mitproduzierten Geschichtsabenteuer wild durcheinander: Colin Farrell spielt einen verschlagenen Russen, Ed Harris einen linken Internationalisten, und Saoirse Ronan darf als Polenmädchen die verwitterte Herrenrunde ein Weilchen begleiten. Das alles zielt nicht nur landschaftlich auf das große Format, kommt aber über eine pathetische Beschwörung des Überlebenswillens nicht hinaus. Peter Weir, eigentlich ein kluger und feinsinniger Regisseur, inszeniert hier vor Fake-Horizonten eine große Ode an die Fußsohle – das Medium der Freiheit in einer Welt der totalitären Grenzen.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „The Way Back – Der lange Weg“ im Kino in Berlin

The Way Back – Der lange Weg (The Way Back), USA 2010; Regie: Peter Weir; Darsteller: Jim Sturgess (Janusz),
Ed Harris (Mr. Smith), Saoirse Ronan (Irena); 133 Minuten; FSK 12

Kinostart: 30. Juni

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