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Im Kino: „Weltrevolution“

Weltrevolution

Seit 1969 zieht die Wiener Agitprop-Band Drahdiwaberl um Schnauzbartträger Stefan Weber ihre Roadshow ab: ein derber Mix aus Zappa-Freestyle, Live-Gruppenorgien und Kostümpflicht. In Klaus Hundsbichlers Doku sind Konzertmitschnitte zu sehen, in denen barockes Gewimmel herrscht samt Titten, Schwänzen, Nazi-Uniformen und strömenden Körpersäften. Demgegenüber montiert der Film Archivmaterial zu politischen Einschnitten der Zeit: Waldheim-Affäre, Bauskandal des Wiener AKH-Krankenhauses, Bushs Irak-Invasion. Etwas Märchenhaftes addiert die skurrile Rahmenhandlung: Chef-Revoluzzer Weber inszeniert sich hier als vereinsamter älterer Herr, dem bloß noch ein Huhn als Zuhörer bleibt. Selbst Revoluzzer werden irgendwann müde.

Text: Ulrike Rechel

Foto: EastWest-Filmdistribution

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Weltrevolution“ im Kino in Berlin

Weltrevolution, Österreich 2008; Regie: Klaus Hundsbichler; 91 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 13. Oktober

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