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Im Kino: „Wild“ von Christian Monnier

Wild

Auf einem Bauernhof in der französischen Provinz leben die beiden Männer Jean-Claude und Kevin. Sie sind durch ein dunkles Geheimnis miteinander verbunden. Der ältere Jean-Claude nimmt am sozialen Leben teil, während Kevin sich mit seltsamen Kampfspielen beschäftigt und von den Leuten, die ihn kaum zu Gesicht bekommen, nur „Le Chien“ genannt wird: der Hund.
So lautet auch der Originaltitel von Christian Monniers Film „Wild“, in dem mit kleinem Budget und in intensiver Verdichtung das Drama einer Familie mit einem (schon lange abwesenden) besitzergreifenden Vater herausgearbeitet wird. Die Altenpflegerin Michиle, mit der Jean-Claude eine Affäre hat, interessiert sich für Kevin und wird zur Schlüsselfigur der analytischen Zuspitzung von „Wild“. Christian Monnier inszeniert mit einem guten Sinn für Pathos und in einem oszillierenden Spiel der Perspektiven eine Geschichte, in der sich eine Tradition des enigmatischen Machismo im französischen Kino (von Jean-François Stevenin bis Emilie Deleuze) fortsetzt.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Wild“ im Kino in Berlin

Wild (Le Chien), Frankreich 2009; Regie: Christian Monnier; Darsteller: Florian Frin (Kevin), Marie Le Cam (Michиle), Jean-Marc Le Bars (Jean-Claude); 80 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 13. Januar

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