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Im Kino: „Willkommen auf Deutsch“

Willkommen auf Deutsch

Den Verlauf des Streits erzählen Hauke Wendler und Carsten Rau in ihrer Doku präzise nach, verängstigte Bürger, traumatisierte Flüchtlinge und überforderte Lokalpolitiker kommen zu Gehör. Vorurteile gedeihen dort, wo Distanz gewahrt wird, so etwas wie „Willkommenskultur“ gelingt nur, wo konkrete Begegnung stattfindet. Da wäre die alte Dame mit Vertreibungserfahrung, die einer Flüchtlingsfamilie hilft, oder der Hotelwirt, der gut mit seinen syrischen Gästen klar kommt. Nebenbei vermittelt sich die undankbare Rolle der Lokalpolitik. Abseits hitziger Ortsversammlungen bemerkt der Bürgermeister mal, dass Europa „nicht ganz unschuldig“ sei an der Verarmung Afrikas. Den Begriff „Wirtschaftsflüchtling“ mag er nicht, „Die Leute sind einfach arm“, sagt er. Am Ende schafft es immerhin ein Dutzend Flüchtlinge ins Dorf. Ein „Willkommen“ mit Misstönen, Alltag nicht nur in Deutschland.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Torsten Reimers / Pier53

Orte und Zeiten: „Willkommen auf Deutsch“ im Kino in Berlin

Willkommen auf Deutsch, Deutschland 2014; Regie: Carsten Rau, Hauke Wandler; 93 Min.

Kinostart: Do, 12. März 2015

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