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Im Kino: „Willkommen in der Bretagne“

Willkommen in der Bretagne

Frankreich ist stolz auf seine Protestkultur. Ein beherzter Streik ist es auch, der in „Willkommen in der Bretagne“ die Bevölkerung einer bretonischen Gemeinde zusammenschweißt. Zankapfel ist die Entbindungsstation einer Klinik, die wegen mangelnder Geburten geschlossen werden soll. Die für den Stellenabbau angestellte Personalmanagerin (Mathilde Seigner) verrichtet ihren Job zunächst cool, dann zunehmend zerknirscht – wo sie sich doch ausgerechnet mit den Streikführerinnen angefreundet hat und am Feierabend mit ihnen Bowling spielt. Zwischen Sportturnier und öffentlicher Schwangerschaftsgymnastik als Kampfmaßnahme zieht Regisseurin Marie-Castille Mention-Schaar viele spaßige Momente für ihren Mix aus Freundinnen-Comedy und weich gepolsterter Sozialkritik. Etwas unentschieden wirkt die Figurenzeichnung, besonders auf Seiten der männlichen Nebenfiguren, die kaum über Karikaturen hinausgehen. Dem stehen differenzierte Figuren gegenüber wie Seigners Personalmanagerin, die sehenswert die Waage hält zwischen ulkigen Szenen als Fahranfängerin und der Selbstfindung einer Frau, für die der Arbeitskampf zum persönlichen Freiheitskampf in einem erstarrten Lebensentwurf wird.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Alamode Film

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Willkommen in der Bretagne“ im Kino in Berlin

Willkommen in der Bretagne (Bowling), Frankreich 2011; Regie: Marie-Castille Mention-Schaar; Darsteller: Catherine Frot (Catherine), Mathilde Seigner (Mathilde), Firmine Richard (Firmine); 91 Minuten; FSK 0

Kinostart: 31. Januar

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