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Im Kino: „Wir sind jung, wir sind stark“

Wir sind jung. Wir sind stark.

In der Geschichte des wiedervereinigten Deutschland nimmt der Pogrom von Rostock-Lichtenhagen einen besonderen Platz ein. Im August 1992 entlud sich der geballte Frust der vom Zusammenbruch der DDR niedergebügelten (vorwiegend jugendlichen) Ostdeutschen in tagelangen, rassistisch motivierten Angriffen auf die Unterkünfte von Asylbewerbern und vietnamesischen Arbeitern im nämlichen Plattenbaubezirk der Hansestadt. Polizei und Politik leisteten Offenbarungseide, die Welt sah mit Schrecken auf ein altbekanntes Germanien.
In „Wir sind jung. Wir sind stark“ rückt Burhan Qurbani eine mitrandalierende Freundesclique ins Zentrum und versucht, sich dem komplexen Geschehen über deren soziales Umfeld und psychische Disposition zu nähern. Da allerdings die Figuren als unsympathische Idioten gezeichnet sind, werden Identifikation, Reflexion und Erkenntnis verhindert, sieht man lediglich die alten Vorurteile bestätigt und wirkt das Ganze reichlich platt. Eine vertane Chance.

Text: Alexandra Seitz

Foto: ZDF/ UFA Fiction

Orte und Zeiten: „Wir sind jung. Wir sind stark“ im Kino in Berlin

Wir sind jung. Wir sind stark, Deutschland 2014; Regie: Burhan Qurbani; Darsteller: Jonas Nay (Stefan), Joel Basman (Robbie), Saskia Rosendahl (Jennie); 124 Min.

Kinostart: Do, 22. Januar 2015

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