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Im Kino: „The Wolf Of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio

The Wolf of Wall Street

Große Erwartungen waren an „The Wolf of Wall Street“ geknüpft. Fünf Jahre nach Beginn der Finanzkrise ist eine Abrechnung mit Anlagezockern überfällig, gerne hätte man gesehen, dass sich Martin Scorsese mit viel Biss die Geschichte von Jordan Belfort vornimmt, der in den Neunzigern mit Schrottpapieren Hunderte Millionen Dollar verdient hat. Doch Scorsese interessiert sich eher für den raschen Aufstieg und das wilde Leben von Belfort (entfesselt: Leonardo DiCaprio) als etwaige gesellschaftskritische Positionen oder die Opfer seines gut gelaunten Täters; Details der miesen Geschäfte wischt Erzähler Belfort mit kessen Sprüchen beiseite. Lieber zeigt Scorsese seinen Protagonisten und dessen linke Hand (mit falschen Zähnen und nervigem Tonfall: Jonah Hill) beim wilden Treiben der Neureichen: Sex, Drogen, Fusel, Büropartys mit Zwergenwerfen – die volle Dröhnung. Das ist flott und unterhaltsam erzählt, aber für Scorsese eine schwache Leistung. Die Erzählweise übernimmt er von „Good Fellas“ und „Casino“, aber nach drei Stunden Exzess steht hier am Ende keine Läuterung, keine gerechte Strafe – und leider auch keinerlei Erkenntnis.

Text: Thomas Klein

Foto: Mary Cybulski / MMXIII TWOWS, LLC.

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „The Wolf of Wall Street“ im Kino in Berlin

The Wolf of Wall Street?, USA 2013; Regie: Martin Scorsese; Darsteller: Leonardo DiCaprio (Jordan Belfort), ?Jonah Hill (Donnie Azoff), Margot Robbie (Naomi Lapaglia); 180 Minuten; FSK 16

?Kinostart: 16. Januar

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