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Im Kino: „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“

Was ist eigentlich Erfolg? Lässt er sich in Geld, Gütern oder Popularität messen? Sollte man sich für eine von Wirtschaftslobbyisten vorgegebene Idee von Erfolg anpassen und schlimmstenfalls sogar komplett verbiegen lassen? Oder macht es etwa glück­lich, wenn einen alle kennen, weil man beispielsweise einmal in einer Fernsehshow aufgetreten ist? Das Kino beschäftigt sich von jeher mit diesem nur allzu menschlichen Thema und hat als Antwort meist die gut gemeinte „Sei du selbst, das ist der größte Erfolg“-Phi­losophie zur geneigten Kontemplation anzubieten. Und da­gegen lässt sich prinzipiell auch nur wenig einwenden – wenngleich eine derartige Moral in der realen Ökonomie des Spätkapitalismus natürlich leicht Gefahr läuft, zum Sinnspruch für die Klotür zu verkommen.
Auch die Protagonisten des von den Autoren Judi und Ron Barrett – nach ihrem popu­lären Kinderbuch – erdachten 3D-Animationsfilms „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ sehen sich mit der eingangs erwähnten Thematik kon­frontiert: Der bislang eher unglücklich agierende Erfinder Flint (er kreierte unter anderem den Rattenvogel sowie Schuhe aus der Sprühdose, die man nie wieder ausziehen kann) wünscht sich nichts sehnlicher, als bei der Bevölkerung seiner kleinen Heimatinsel Anerkennung zu finden. Die besitzt stattdessen die einzige Werbe-Ikone der vom Sardinenfang lebenden Insel, der mittlerweile erwachsene „Baby“ Brent, der aber irgendwann erkennen muss, dass ein Babyfoto auf allen Sardinenbüchsen als Lebensleistung auch nicht wirklich ausreicht. Und die smarte Meteorologin Sam muss sich ständig dumm stellen, weil sie bei ihrem Fernsehkanal Karriere machen will, wo man von der Wetterfee nun einmal erwartet, hübsch und doof zu sein.
Das Leben aller ändert sich allerdings, als Flints jüngste Maschinerie, die Nahrungsmit­tel in scheinbar unbegrenzten Mengen herbeischaffen kann, Amok läuft und die Insel mit Spaghettitornados und atta­ckie­­­renden Gummibärchen heimsucht. Spätestens dann muss man als Zuschauer nicht mehr nur über Fragen zur Glücksökonomie nachdenken, sondern sitzt in einem knallbunten und manchmal recht frenetischen Animationsfilm mit einer Menge ziemlich lus­tiger Einfälle. Am Ende sind die Helden natürlich alle wieder einmal ganz sie selbst.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ im Kino in Berlin

Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen (Cloudy with a Chance of Meatballs), USA 2009; Regie: Phil Lord & Chris Miller; deutsche Stimmen: Robin Kahnmeyer, Luisa Wietzorek, Karl Schulz; 90 Minuten

Kinostart: 28. Januar

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