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Im Kino: „A World Beyond“

A World Beyond

Anfang der 1960er-Jahre: Ein kleiner Junge hat aus zwei Staubsaugern ein nur bedingt funktionierendes Jet-Pack-Fluggerät konstruiert und wird gefragt, warum er glaube, dass dieses Ding für die Zukunft der Menschheit von Nutzen sei. Wesentlich, so antwortet er, sei die Inspiration. Denn wenn jemand mit so einem Jet-Pack an ihm vorbeifliegen würde, dann würde er glauben: „Alles ist möglich.“ Und in der Zwischenzeit könne man damit ja schließlich auch ein wenig Spaß haben.
Die ziemlich am Anfang von „A World Beyond“ stehende Szene liefert den Schlüssel zum Verständnis des Films, der mit der Vorstellung einer futuristischen Parallelwelt spielt, die von den bedeutendsten Denkern der Erde ersonnen wurde. Denn hier geht es nicht etwa um seriöse Science-Fiction, sondern um eine Reise zu den Attraktionen eines Jahrmarktes, auf dem jedes erdenkliche Fahrgeschäft einmal ausprobiert wird.
Philosophisch hat der Film kaum mehr zu bieten als die disneyesk-amerikanische Sicht der Welt: Mut und Hoffnung nicht verlieren, und schon lösen sich alle Probleme in Luft auf. Dafür ist der Plot um einen desillusionierten Wissenschaftler (George Clooney), der gemeinsam mit einer Nachwuchskraft namens Newton und einem kindlichen Roboter im mittlerweile ziemlich abgewrackten „Tomorrowland“ den Kampf um die Zukunft der Erde aufnimmt, umso komplizierter. Um im Bild des Vergnügungsparks zu bleiben: Die Schienen der Achterbahn führen anfangs ein wenig kreuz und quer, und die Gondeln brauchen eine Weile, bis sie eine halbwegs geordnete Reihenfolge gefunden haben.
Doch Regisseur Brad Bird, der sein Faible für retrofuturistische Settings bereits in seinen tollen Animationsfilmen „Der Gigant aus dem All“ und „Die Unglaublichen“ bewiesen hat, übersetzt sein Vergnügen daran auch in das CGI-Wunderland eines Realfilms. Und dieser Spaß vermittelt sich letztlich auch – sofern man sich als Erwachsener seine kindliche Seite bewahrt hat.

Text: Lars Penning

Foto: Kimberley French / Disney Enterprises, Inc.

Orte und Zeiten: „A World Beyond“ im Kino in Berlin

A World Beyond (Tomorrowland), USA 2015; Regie: Brad Bird; Darsteller: George Clooney (Frank Walker), Hugh Laurie (David Nix), Britt Robertson (Casey Newton); 130 Minuten

Kinostart: Do, 21. Mai 2015

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