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Im Kino: „Worst Case Scenario“

Worst Case Scenario

Es kann bekanntlich immer noch schlimmer kommen. Das muss auch Regisseur Georg feststellen, dessen Filmprojekt kurz vor Drehbeginn – alle sind bereits vor Ort im Polen der 2012er Fußball-EM – die Finanzierung wegbricht. Doch Georg ficht das nicht an: „Dann improvisieren wir eben!“, gibt er trotzig die neue Parole aus. Und darf diese auch schon auf sich selbst anwenden, als seine Eben-erst-Ex, Kostümbildnerin Olga, ihm eröffnet, dass sie schwanger ist.
Auch Filmemacher Franz Müller platzte seinerzeit ein Projekt, und „Worst Case Scenario“ ist ein Reflex darauf: Ein gestümperter Film in einem freihändigen Film, der anstelle eines gescheiterten Films entstand – und der zwischen wachsend chaotischer Handlung und zunehmend emotionaler Dichte sicher seinen komödiantischen Weg findet. Nicht zuletzt, weil Finzi und Löbau der Ratlosigkeit ihrer eher kleingeistigen Figuren eine Art von Grandezza verleihen, die sie letztlich als veritable Helden versagen lässt.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Kawe Vakil

Orte und Zeiten: „Worst Case Scenario“ im Kino in Berlin

Worst Case Scenario, Deutschland 2014; Regie: Franz Müller; Darsteller: Eva Löbau (Olga), Samuel Finzi (Georg), Laura Tonke (Meike); 82 Minuten

Kinostart: Do, 02. Juli 2015

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