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Im Kino: „Youth“

Youth

Zwei Brüder aus dem Tel Aviver Vorort Petah Tikva: Shaul und Yaki, beide gerade volljährig geworden, gleichen einander wie ein Ei dem anderen. Morgens kreuzen sich ihre Urinstrahle in der Kloschüssel, immer wieder haften sich beide Körper im Gerangel aneinander und die Kamera rahmt ihre Köpfe ein, sodass es scheint, sie wüchsen aus einem Rumpf. Doch während der eine aufgrund seines abzuleistenden Militärdienstes nur über das Wochenende bei Bruder und Eltern sein kann (und seine Waffe stets an sich trägt), verrichtet der andere eine stupide Arbeit im örtlichen Multiplex-Kino. Seine Uniform ist das Film-Fan-Shirt. Neben geschwisterlichen An- und Abstoßungsdynamiken verbindet Shaul und Yaki jedoch mehr: der drohende Ruin ihrer Familie und die gemeinsam beschlossene List, um diesen abzuwenden – die Entführung eines jungen Mädchens. Dass das Leben nicht Kino ist, wird in einem Kellerloch deutlich. Dann wird es reichlich plump. Beklemmend ist „Youth“ trotzdem. Und auf verstörende Weise komisch.

Text: Carolin Weidner

Foto: Port au Prince Pictures

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Youth“ im Kino in Berlin

Youth, ?Israel/Deutschland 2013; Regie: Tom Shoval; Darsteller: David Cunio (Yaki Cooper), Eitan Cunio (Shaul Cooper), Gita Amely (Dafna Edelman); 107 Minuten; FSK 16

Kinostart: 23. Januar

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