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Im Kino: „Zero Killed“

Zero_Killed_01_c_Drop-OutCinemaIm Kino haben zuletzt Joshua Oppenheimers „The Act of Killing“ und Stefan Ruzowitzkys „Das radikal Böse“ mit Hilfe verschiedener Formen des Re-Enactments zu ergründen versucht, wie so etwas in bestimmten historischen Situationen für einzelne Gruppen funktionieren konnte. Michal Kosakowski dagegen setzt beimIndividuum an und beschäftigt sich mit den dunklen Phantasien einzelner Menschen.

Er lässt sein Gegenüber zunächst reden über dessen Mordphantasien – und gibt ihm dann die Chance, sie umzusetzen, als Inszenierung. Die einzigeBedingung: derjenige muss selber darin agieren, entweder als Täter oder aber als Opfer. Viele Jahre später sucht Kosakowski dann seine Testpersonen erneut auf und spricht mit ihnen über diese Erfahrung. Durch eine wohlüberlegte Kombination der verschiedenen Elemente vermeidet er das Reißerische, vielmehr gelingt ihm ein verstörender Einblick in Abgründe, die wohl in uns allen schlummern.
 
Text: Frank Arnold

Foto: Drop OutCinema

tip-Bewertung: Sehenswert

Zero Killed Australien/Deutschland 2012; Regie: Michael Kosakowski; 81 Minuten; FSK 16

Kinostart: 30. Januar

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