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Im Kino: „Zwei Leben“

Zwei Leben

Katrine Evensen ist nicht die, die sie zu sein scheint. Hinter ihrem Leben liegt ein zweites verborgen, das einmal ihr erstes war, eine Identität, die sie einst aufgegeben und nun unfreiwillig neu zu übernehmen hat. Denn Katrine ist eine ehemalige Stasi-Agentin, die von der DDR in den 1970er-Jahren in eine norwegische Familie eingeschleust wurde. Nach dem Mauerfall droht diese Vergangenheit plötzlich entdeckt zu werden.
Den historischen Kontext des für den Auslands-Oscar nominierten Films bildet das NS-Projekt „Lebensborn“. Zwecks „Aufnordung“ des deutschen Blutes wurden in den 40er-Jahren Kinder, die aus einer deutsch-norwegischen Verbindung hervorgegangen waren, nach Deutschland verschleppt. Nach dem Ende des Dritten Reichs machte sich die DDR-Regierung das Programm zunutze und platzierte Stasi-Agenten mit falschen Lebensborn-Biografien in norwegischen Familien. Georg Maas hat, ausgehend von diesem Schicksal norwegischer Mütter, die von zwei deutschen Unrechts-Regimes um ihre Kinder betrogen wurden, einen spannenden Thriller inszeniert, der die historischen Ungeheuerlichkeiten mit zeitgenössischen Identitätsfragen verbindet.

Text: Christoph David Piorkowski

Foto: 2012 Tom Trambow / Farbfilm Verleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Zwei Leben“ im Kino in Berlin

Zwei Leben, ?Norwegen/Deutschland 2012; Regie: Georg Maas; Darsteller: Juliane Köhler (Katrine Evensen-Myrdal), Liv Ullmann (Ase ?Evensen), Sven Nordin (Bjarte); ?99 Minuten; FSK 12

?Kinostart: 19. September

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