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Im Kino: „Zwei vom alten Schlag“

Zwei vom alten Schlag

Was bei alten Rock-Legenden gang und gäbe ist – Wiedervereinigungen aller Art –, kann auch ehemaligen Boxern nicht schaden: noch einmal in den Ring zu steigen, zumal wenn seit dem einstigen Ruhm nicht alles so lief wie geplant. „We’re only in it for the money“, wie schon vor langer Zeit Frank Zappa wusste. Im Fall von Henry ‚Razor’ Sharp und Billy ‚The Kid’ McDonnen geht es allerdings auch um anderes, nämlich um eine Frau. Die bekam damals von dem einen ein Kind, liebt aber immer noch den anderen. Klar, dass die beiden Männer sich erst einmal angiften. Eine schöne Ironie, dass ihre handgreifliche Auseinandersetzung sich über Twitter in Windeseile verbreitet und damit ein junges Publikum erreicht, das vor dreißig Jahren, als die beiden zum letzten Mal gegeneinander antraten, noch gar nicht geboren war.
Der Teaser ließ eine üble Klamotte vermuten, in der sich zwei Altstars über ihre bahnbrechenden Rollen als Boxer lustig machen. Insofern ist man angenehm überrascht, dass „Grudge Match“ eine eher melancholische Komödie geworden ist. Natürlich mit einigen Anspielungen auf „Rocky“ (der 1977 mit einem ‚Oscar‘ als Bester Film ausgezeichnet wurde) und auf „Wie ein wilder Stier“ (für den De Niro 1980 einen Oscar als Bester Darsteller entgegennehmen konnte). Während Stallone seinen Stoizismus kultiviert, zelebriert De Niro die Showman-Qualitäten seines Jake la Motta ebenso wie die Unverantwortlichkeit seines Jimmy Boy aus „Mean Streets“. Beide Schauspieler bewahren dabei ihre Würde, was nicht auf alle ihren früheren Komödienrollen zutrifft. Und die Locations, zumal das Haus von Sharp in Pittsburgh (auch wenn in New Orleans gedreht wurde), sprechen ihre eigene Sprache in Sachen gescheiterter Träume.

Text: Frank Arnold

Foto: Ben Rothstein / 2013 Warner Bros. Entertainment Inc.

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Zwei vom alten Schlag“ im Kino in Berlin

Zwei vom alten Schlag (Grudge Match), USA 2013; Regie: Peter Segal; Darsteller: Sylvester Stallone (Henry „Razor“ Sharp), Robert De Niro (Billy „The Kid“ McDonnen); 113 Minuten; FSK 12

Kinostart: 9. Januar 2014

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