Kino & Stream

„Im Weltraum gibt es keine Gefühle“ im Kino

Im Weltraum gibt es keine Gefühle

Übertriebene Rücksichtnahme oder verlogenes Mitleid können Betroffene des Asperger-Syndroms dem Film „Im Weltraum gibt es keine Gefühle“ von Andreas Öhmann kaum vorwerfen, denn die autistische Störung sorgt in der schwedischen Komödie für allerlei Heiterkeit. Einfach lebt es sich mit dem Asperger nicht, die Eltern des 18-jährigen Simon sind froh, dass er zu seinem älteren Bruder Sam und dessen Freundin Frida (Sofie Hamilton) zieht. Simon begeistert sich für Astronomie und braucht Routinen, runde Sachen und strikte Terminpläne. Ist er gestresst, verschanzt er sich in seinem Raumschiff, einer alten Wassertonne. Als Frida davon genug hat und auszieht, beschließt Simon mit wissenschaftlichen Methoden die perfekte Partnerin für Sam zu finden. In verspielten, knallbunten Bildern erzählt der Film seine Geschichte als amüsante, nur kurz melancholische Sinnsuche. Simons Krankheitsbild macht Regisseur Öhmann zu Spleens eines naiven Eigenbrötlers. Das funktioniert auch recht gut, weil man eher mit als über Simon lacht, dessen Rituale und Tics letztlich nicht so viel absonderlicher sind als die der Normalos.

Text: Thomas Klein

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Im Weltraum gibt es keine Gefühle“ im Kino in Berlin

Im Weltraum gibt es keine Gefühle (Simple Simon), Schweden 2010; Regie: Andreas Öhman; Darsteller: Bill Skarsgеrd (Simon), Martin Wallström (Sam), Cecilia Forss (Jennifer); 90 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 24. November

Mehr über Cookies erfahren