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„Initiation“ mit Helmut Berger im Kino

Initiation

Bei der Berlinale, wo er im Panorama-Programm seine deutsche Erstaufführung hatte, lief der Film noch unter seinem Originaltitel „Blutsfreundschaft“, für den deutschen Kinostart hat man jetzt seinen englischsprachigen Festivaltitel gewählt. Ersterer bezieht sich auf die Schuld, die ein alter Mann in der Vergangenheit auf sich geladen hat, als er seinen Freund in der Faschismus-Ära an die Nazis verriet, Letzteres auf die Prozedur, der sich ein Sechzehnjähriger im heutigen Wien unterzogen sieht, als er in ein neofaschistisches Umfeld gerät. Ihm zu Hilfe zu kommen, wird für den Wäschereibesitzer Tritzinsky eine Chance, vergangenes Versagen zu sühnen.
Regisseur Peter Kern erkundet das Spannungsfeld zwischen nationalistischen Phrasen und latenter Homosexualität einmal mehr mit den Mitteln des Melodrams. Erheblich weniger amateurhaft als seine früheren Filme, kann sich Kerns jüngste Regie­arbeit auf gute Darsteller verlassen und schafft es, dem gealterten Helmut Berger einige bewegende Momente zu entlocken, in denen seine Vergangenheit bei Luchino Visconti („Die Verdammten“) aufscheint.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Initiation“ im Kino in Berlin

INITIATION (Blutsfreundschaft), Österreich/Deutschland 2009; Regie: Peter Kern; Darsteller: Helmut Berger (Gustav), Harry Lampe (Axel), Melanie Kretschmann (Christina); 95 Minuten

Kinostart: 23. September  

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