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„The International“ – Nach der Berlinale nun im Kino

The InternationalVorweg: Nein, „The International“ ist kein Kommentar zur Banken-Krise und, entgegen der Werbekampagne, auch kein Actionthriller. Sinistre Geldgeschäfte sind hier doch nur ein Vorwand, um die Detektiv-Handlung in Gang zu bringen. Für Interpol-Agent Louis Salinger (Clive Owen) sieht das natürlich anders aus: Eben hatte er einen Informanten am Berliner Hauptbahnhof getroffen, dann ist der auch schon tot. Für den obsessiven Fahnder ein Beweis für den langen Arm einer global in allerlei Illegalitäten verwickelten Großbank. Für fast alle Anderen, ob BKA oder Interpol, ist Salingers Mission eine fixe Idee. Nur die New Yorker Staatsanwältin Whitman (Naomi Watts) glaubt an die Instinkte des Europäers und schließt sich ihm bei den Ermittlungen an.
Es beginnt eine internationale Schnitzeljagd nach Dokumenten, Zahlen und möglichen Kronzeugen (Buchhalter mit späten Gewissensbissen: Armin Mueller-Stahl). Tykwer erzählt das stimmungsvoll, das eisige Design moderner Bürokomplexe (Glas, Stahl, Sichtbeton) übernimmt eine wichtige Rolle. Doch trotz optimaler Nutzung von Hauptdarsteller und Spielorten fehlt „The International“ die nötige Spannung. Zu sehr bleibt es bei bekannten Kino-Konventionen, eher halbherzig sind drei imposante Action-Sequenzen in schwermütige Grübeleien zur Macht des Geldes eingebettet. Ein seltsam unfertig wirkender Film.

Text: Thomas Klein

tip-Bewertung: Annehmbar

The International USA/Deutschland 2009; Regie: Tom Tykwer; Darsteller: Clive Owen (Louis Salinger), Naomi Watts (Eleanor Whitman), Captain Slezak (Captain Martell); Farbe, 118 Minuten

Kinostart: 12. Februar 2009

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