Horrorthriller

„It Comes at Night“ im Kino

Schon wieder großartiger subtiler US-Horror

Universum

Die Zivilisation ist wieder mal den Bach hinuntergegangen: durch eine schleichende Infektionskrankheit wurde fast alles Leben auf der Erde ausgelöscht. Zu den wenigen Überlebenden gehören das Ehepaar Paul und Sarah mit ihrem 17-jährigen Sohn Travis, die ein Haus im Wald zu einer Festung umgerüstet haben, die sie nie alleine und nie in der Nacht verlassen. Denn draußen lauern Plünderer oder Infizierte. Eines Tages taucht ein Hilfe suchendes junges Paar mit einem kleinen Sohn auf. Hilfsbereitschaft siegt zunächst über das Misstrauen, ob einer der Neuankömmlinge nicht auch die Infektion in sich tragen könnte. Doch das Zusammenleben auf engem Raum setzt alle unter Druck, es kommt zu Spannungen. Ist die Sorge von Paul berechtigt oder trägt sie auch Züge von Paranoia?
Die Ursachen der Katastrophe interessieren ­Regisseur Paul Edward Shults nicht, ihm geht es in seinem Kammerspiel darum, was so eine Ausgangslage mit den Menschen macht. Durch Travis’ Augen erleben wir die ganze Unsicherheit, die das Verhalten prägt, bei dem eine ­falsche Entscheidung fürchterliche Konsequenzen haben kann.

So braucht es keine Infizierten, die die Prota­gonisten attackieren, erst recht keine lebenden Toten, die wüst in Gedärmen wühlen. „It Comes at Night“ ist einer jener Horrorfilme, in dem der wirkliche Schrecken zwischen den Bildern ­lauert; der eine bedrohliche Atmosphäre schafft, die den ­Zuschauer auch nach Filmende verfolgt – nach „It Follows“, „The Witch“ und „Get Out“ ein ­weiterer Triumph des Independent Horror Films.

It Comes At Night USA 2017, 92 Min., R: Trey Edward Shults, D: Joel Edgerton, Riley Keough, Christopher Abbott, Carmen Ejogo, Start: 18.1.

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