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„Jack & Diane“ im Kino

Jack & Diane

Metaphern sind hinterhältig. Sie lauern in dunklen Badezimmern oder düsteren Träumen und verschlingen die zarteren Sinnverhältnisse – notfalls bis auf den letzten unschuldsvoll geflochtenen Puppenzopf, wie er sich in „Jack & Diane“ schon im Vorspann durch Blut und Schleim zieht. So also sieht ein analytischer Liebesfilm aus, der das Maßlose und Monströse der ersten Liebe sichtbar zu machen versucht. Jack, die coole Skateboarderin, verliebt sich auf den ersten Blick in Diane, eine blonde Elfe, die selbstgeschneiderte Kinderkleidchen trägt. Beide verbringen einige gemeinsame Tage zwischen Verliebtheit und Zwist, ergründen dabei den anderen und bleiben schließlich doch nicht zusammen. Diese Geschichte ist intim erzählt, der spröde Stil und die hochpräsenten Darstellerinnen stehen in der Tradition des New Yorker Independent Kino – doch leider hat sich Regisseur Bradley Rust Gray entschlossen, das Erschrecken vor der Macht der Gefühle in den Rang einer Figur zu erheben. So kollabiert mit dem Erleben der Protagonistinnen auch die Bildoberfläche, Abgründe reißen auf, aus deren schleimigen Innereien das Ungeheuer hervorbricht. Kein schöner Anblick, wenn der Diskurs von der Metapher gefressen wird.

Text: Stella Donata Haag

Foto: Pro-Fun Media

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Jack & Diane“ im Kino in Berlin

Jack & Diane, ?USA 2012; Regie: Bradley Rust Gray; Darsteller: Juno Temple (Diane), Riley Keough (Jack), Kylie Minogue (Tara); ?110 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 19. September

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