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„Jasmin“ im Kino

Jasmin

Die Geschichte, die in „Jasmin“ erzählt wird, beruht auf tatsächlichen Begebenheiten, heißt es im Abspann von Jan Fehses Film. Es geht um eine junge Frau, die das eigene Kind getötet hat. Der Film, dem reale psychologische Gutachten zugrunde liegen, konzentriert sich auf die Begegnung zwischen einer inhaftierten Angeklagten und der Gerichtspsychologin in einem nüchternen Dienstzimmer. Hier soll die Psychologin die Hintergründe der Tat erfassen.
Ein „Duell“ hatte der Regisseur im Sinn. Doch dafür sind die Beteiligten zu ungleich: Wiebke Puls verleiht der Figur der Gutachterin zwar bemerkenswerte Präsenz. Ihre Geschichte bleibt aber unbedeutend, die Aufmerksamkeit gehört allein der Psychologie der Titelfigur: eine kaum selbst erwachsen gewordene Frau, die mit schwierigen Grundbedingungen überfordert war – und die von Anne Schäfer mit etwas zu theaterhaft-bewusstem Gestus verkörpert wird. Das Anliegen des Films wird deutlich: Hinter den monströsen Schlagzeilen zu Kindstötungen stehen meist komplexe Lebensgeschichten mit gesellschaftspolitischer Dimension. Eine Erkenntnis, mit der der Film bei seinem Zielpublikum im Arthouse-Kino freilich offene Türen einrennt.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Camino Filmverleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Jasmin“ im Kino in Berlin

Jasmin, Deutschland 2011; Regie: Jan Fehse; Darsteller: Anne Schäfer (Jasmin), Wiebke Puls (Dr. Feldt); 88 Minuten; FSK 16

Kinostart: 14. Juni

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