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Jean-Pierre und Luc Dardenne-Retrospektive im Arsenal

Warum weigert sich Belgien, sich selbst ins Gesicht zu sehen? Warum flüchtet es so gern ins Imaginäre? Diese Fragen stellen sich Jean-Pierre und Luc Dardenne seit Beginn ihrer Filmarbeit. In Belgien, wo man gewohnt ist, das Adjektiv „surreal“ inflationär zu benutzen, waren sie praktisch die Ersten, die einen Blick auf die soziale Realität warfen. Von Anfang an fanden sie ihre Geschichten auf den Straßen und den Fabriken der Stahlarbeiterstadt Seraing, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hat. Die Werkschau des Arsenal hält auch für jene Zuschauer, die mit den großen Dardenne-Spielfilmen wie „Rosetta“ (Foto) oder „Der Sohn“ (Le fils) vertraut sind, große Überraschungen bereit. Ihr hierzulande nie gezeigtes, reiches Frühwerk besticht durch seine politische Erregbarkeit und die Vielfalt der stilistischen Suchbewegungen.
Das Motto ihres Kinos fanden sie bei dem Philosophen Emmanuel Levinas: „Das spirituelle Leben ist wesentlich ein moralisches, und sein bevorzugter Ort ist die Ökonomie.“

Text: GM

Realismus reflektieren – Retrospektive Jean-Pierre und Luc Dardenne, Arsenal, So 15. bis Mi 25.11.

Eröffnung am 15.11., 19.30 Uhr mit „La promesse“; zu Gast: Jean-Pierre und Luc Dardenne; Werkstattgespräch Mi 18.11., 20 Uhr

Das Museum für Film und Fernsehen zeigt im 4.OG des Filmhauses Arbeiten der Fotografin Christine Plenuns von den Sets der Brüder Dardenne

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