Literaturverfilmung

„Jeder stirbt für sich allein“ im Kino

Hans Falladas Roman „Jeder stirbt für sich allein“, erschienen 1947, wurde erst in der ­englischen Übersetzung 2009 ein internationaler Erfolg

Foto: X Verleih

Einen solchen will auch diese Verfilmung erzwingen, mit Emma Thompson als Anna Quangel und Brendan Gleeson als ihr Ehemann Otto. Zwei Stars, die allein schon Publikum ziehen. Auch immer gut fürs Box ­Office: Die Geschichte beruht auf einem authen­tischen Fall.
Die Quangels sind einfache ­Leute, Mitläufer des NS-Regimes, bis ihr Sohn 1940 in Frankreich fällt. Nun erkennen sie Hitlers ­Lügen und legen Karten in Berlin aus, auf denen „Stoppt die Kriegsmaschine“ steht und „Tötet Hitler“. Hochverrat. Eine Sonderkommision ermittelt.
Wie Anna und Otto langsam zu Widerständlern werden, die Angst verlieren und ihre Liebe wiederfinden – das entwickeln Thompson und Gleeson in kammerspielartigen Szenen in der kleinen Wohnung hervorragend. Doch das Drumherum ist schrecklich holzschnittartig. Die frisch gebügelten Hakenkreuzfahnen, die Trümmerkulissen, das erfundene pathetische Schlussbild – peinlich, überdeutlich, langweilig. Ein großer Roman, kleingefilmt.

Alone in Berlin (OT) D/F/GB 2016, 103 Min., R: Vincent Perez, D: Emma Thompson, Brendan Gleeson, Daniel Brühl, Start: 17.11.

Bewertungspunkte5

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