Kino & Stream

„Jenseits der Mauern“ im Kino

Jenseits der Mauern

Brüssel. Der albanischstämmige Ilir (Guillaume Gouix) und Paulo (Matila Malliarakis) lernen sich in einer Bar kennen, sind fasziniert voneinander, der zarte und zart­besaitete Paulo verlässt schon bald darauf seine Freundin und quartiert sich beim zunächst nicht gerade begeisterten Ilir ein. Dann aber blüht die Passion auf, die beiden werden immer freier in ihrem Begehren, probieren ihre Sexualität aus, verfallen einander. Von einem Wochenendausflug kehrt Ilir unerwartet nicht zurück, Paulo erfährt, dass er im Gefängnis gelandet ist. Er besucht ihn, die Dinge werden zunehmend schwierig. Als Ilir endlich wieder heimkehrt, lässt sich die Beziehung nicht mehr retten.
David Lamberts Spielfilmdebüt ist von bemerkenswerter Differenziertheit und Feinheit, mit faszinierenden visuellen Momenten (etwa einer Szene, in der sich die beiden Männer im Stummfilmkino beim schwach flackernden Licht der Filmleinwand beobachten) und zwei wunderbaren Schauspielern, die ihre wechselnden Emotionen in feinen Nuancen ausspielen. Es sind zufällig zwei Männer – aber das ist eher nachrangig. Das Liebesdrama in drei Akten, das sie durchleben, ist universell.

Text: Catherine Newmark

Foto: Matthieu Poirot-Delpech / Salzgeber

tip-Bewertung: Herausragend

Orte und Zeiten: „Jenseits der Mauern“ im Kino in Berlin

Jenseits der Mauern (Hors les murs), Belgien/Frankreich/Kanada 2012; Regie: David Lambert; Darsteller: Guillaume Gouix (Ilir), Matila Malliarakis (Paulo), Mйlissa Dйsormeaux-Poulin (Anka); 98 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 28. März

Mehr über Cookies erfahren