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„John Irving – Wie er die Welt sieht“

John_Irving_und_Wie_er_die_Welt_siehtDiese verflixten letzten Sätze – mit ihnen fängt Bestseller-Autor John Irving an. Hangelt sich rückwärts durch den erwachenden neuen Roman, bis kein Detail mehr verborgen bleibt. Dann erst nimmt er einen Stift, setzt die ersten Worte auf die Rückseite beschriebener Seiten. John Irving, das macht die hübsche Hommage von Andrй Schäfer schnell klar, ist ein sympathischer Mensch. Ein ehemaliger Ringer, der gelernt hat, dass jahrelanges ödes Training in keinem Verhältnis zu den kurzen adrenalingepeitschten Wettkampfauftritten steht. Und: dass das Training ungefähr wie Schreiben ist. Ein unermüdliches Feilen an Sätzen, bis sie geschmeidig sind.

„John Irving – Wie er die Welt sieht“ führt in sein großzügiges Haus in Vermont, in seine Familiengeschichte, auf Ringermatten und nach New Hampshire, Zürich, Wien und Amsterdam zu Schauplätzen und Menschen, die in Irvings Romane schlüpften. Der Alltag von Huren, Köchen, Polizisten, Ärzten, Tätowierern und Orgelspielern – vieles recherchiert der Autor selbst. Denn die Details in Romanen wie „Garp“, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ und „Bis ich dich finde“ sind stimmig – jetzt erfahren Irvings Fans auch weshalb.        

Text: Cristina Moles Kaupp
Foto: W-Film
tip-Bewertung: Sehenswert

John Irving – Wie er die Welt sieht im Kino in Berlin
Deutschland/Österreich/Schweiz/Kanada/Indien/USA/Niederlande 2011;
Regie: Andrй Schäfer;
96 Minuten; FSK 0;
Kinostart: 1. März

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