Tragikomödie

„Kaffee mit Milch und Stress“ im Kino

In mancherlei Hinsicht erinnert der alte Griesgram an TV-„Ekel“ Alfred Tetzlaff: Er ist starrsinnig und äußert laufend politisch unkorrekte oder überholte Ansichten

Solar Films/ Marek Sabogal

Mit seiner reaktionären Haltung sorgt der alte Bauer für Generationskonflikte in der Familie seines Sohnes: Frauen gehören an den Herd, der beruflich erfolgreichen Schwiegertochter bereitet er ständig Stress.
Anfangs erscheint die Darstellung des schon etwas tattrigen Kauzes übermäßig verschroben und beinahe wie eine Karikatur; auch die Charakterisierung seines Sohnes als rückgratloser Wicht wirkt in dieser streckenweise holprig geschnittenen Tragikomödie überzogen. Doch allmählich werden beim grantigen Oldtimer einnehmende Wesenszüge offenbar. Er nimmt mit seinem rustikalen, freimütigen Auftreten russische Geschäftsleute für sich ein, gewährt einem jungen Obdachlosen Kost und Logis, zeigt Zeichen von Altersmilde, weckt Mitgefühl für den Kummer einsamer, hochbetagter Menschen.
Und mit seiner hartnäckigen Behauptung, dass früher vieles besser war, liegt er ja nicht ganz falsch. Das Beziehungsdrama endet versöhnlich.

Mielensäpahoittaja (OT) FIN 2014, 104 Min., R: Dome Karukoski, D: Antti Litja, Perta Frey, Mari Perankoski, Iikka Forss, Start: 21.12.

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