Kino & Stream

„Kairo 678“ im Kino

Kairo 678

Beim Aufstand gegen Präsident Mubarak in Ägypten demons­trierten Frauen Seite an Seite mit Männern und hatten maßgeblichen Anteil am Erfolg der Revolte. Dabei sind sie im täglichen Leben alles andere als gleichberechtigt und häufig entwürdigenden Übergriffen und Demütigungen ihrer Landsmänner ausgesetzt, wie hier am Beispiel dreier Frauen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten gezeigt wird. Fayza ist zu arm, um das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen. Gegen die ständigen sexuellen Belästigungen durch geile Kerle setzt sie sich schließlich mit einem Messer zur Wehr. Nelly erhebt nach einem sexuell motivierten Angriff Klage vor Gericht. Die aus reichem Hause kommende Seba unterrichtet Selbstverteidigung. Die drei verbünden sich, doch aufgrund verschiedener Charaktere und des unterschiedlichen sozialen Status kommt es zu Differenzen. Ohne feministische Tendenz werden eindrücklich Nöte und Emanzipationsbemühungen von Musliminnen in einer patriarchalischen Gesellschaft dargestellt, wo Ansehen, Macht und Geld mehr gelten als Fairness oder Moral.

Text: Ralph Umard

Foto: Arsenal Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Kairo 678“ im Kino in Berlin

Kairo 678 (Cairo 678), Ägypten 2010; Regie: Mohamed Diab; Darsteller: Nelly Karim (Seba), Boshra (Fayza), Nahed El Sebaп (Nelly); 100 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 8. März

Mehr über Cookies erfahren