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„Kampf der Titanen“ mit Liam Neeson im Kino

Die Eule bleibt in der Kiste – und das ist auch gut so. Als die Krieger nämlich aufbrechen zu ihrer Mission, die Königstochter von Argos vor dem Tode und die Menschen der Stadt vor Zeus‘ Zorn zu bewahren, kramt jemand auch eine mechanische Eule hervor, wird aber barsch beschieden, dass diese nicht mitkomme. Das ist nicht nur ein augenzwinkernder Verweis auf den originalen „Kampf der Titanen“ aus dem Jahre 1981, sondern darüber hinaus Programm. Denn dort war diese mechanische Eule – den putzigen Robotern aus den „Star Wars“-Filmen nachempfunden – ein untauglicher Versuch, dem Film einen Anstrich der Moderne zu verleihen. Das aber passte überhaupt nicht zu den Stop-Motion-Figuren der Filme Ray Harryhausens, die ihre eigene Märchenwirklichkeit generierten. Und auch die Besetzung von Gottvater Zeus mit Laurence Olivier wirkte eher als Tribut an das finanzierende MGM-Studio und dessen früheres Motto, „mehr Sterne als am Himmel“ aufzubieten. Diese Trash-Ebene findet sich im Remake nur, wenn Zeus in einem reflektierenden Gewand auftritt, ansonsten inszeniert Louis Leterrier („Transporter“, „Der unglaubliche Hulk“) den – erst nachträglich in 3D umgewandelten – Film als geradliniges Fantasyabenteuerspektakel mit überzeugenden Tricks. Popcornkino der soliden Art.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten „Kampf der Titanen“ im Kino in Berlin

Kampf der Titanen (Clash Of The Titans), USA 2010; Regie: Louis Leterrier; Darsteller: Liam Neeson (Zeus), Sam Worthington (Perseus), Ralph Fiennes (Hades); Farbe, 118 Minuten; Kinostart: 8. April 2010

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