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Drama

Kampf um den Arbeitsplatz: In „Streik“ wird viel gestritten

Hitzige Debatten: Verzweifelt versuchen 1.100 streikende Arbeiter einer Fabrik in Südfrankreich die Stillegung ihres Werkes zu verhindern

Neue Visionen

Die Konzernführung regiert gemäß den Lehren des altchinesischen Strategen Sun Tzu – seine Schrift „Die Kunst des Krieges“ ist noch heute Pflichtlektüre auf Diplomatenschulen und bei Managementkursen weltweit. Statt offener Konfrontation empfiehlt Sun Tzu nämlich Täuschungsmanöver: Ködere die Feinde mit der Aussicht auf Gewinn, sorge für Zorn und Zwietracht, sodass sie sich unter­einander bekämpfen. Eine auch hier höchst wirksame Taktik.

Das antikapitalistisch-systemkritische Drama mit lautstarken, hitzigen Debatten und dem mitreißend agierenden Vincent ­Lindon als Gewerkschaftsführer Laurent Amédéo ist parteilich, aber nicht polemisch. Es deckt exemplarisch Mechanismen und Motive des zunehmenden Stellenabbaus in multinational operierenden Konzernen auf und vermittelt den Eindruck eines Dokumentarfilms, obwohl es nach einem präzise ausformulierten Skript mit fest vorgeschriebenen Dialogen inszeniert wurde. Gedreht wurde mit Schauspielern und Laiendarstellern.

Angesichts rapide steigender Bevölkerungszahlen – für Afrika, wo es schon heute an Berufschancen mangelt, wird eine Verdoppelung bis 2050 prognostiziert – und zunehmend wegrationalisierten Arbeitsplätzen auf Grund fortschreitender Technisierung sowie hemmungsloser Profitgier, steuert die Weltwirtschaft auf eine Katastrophe zu.

Streik F 2018, 114 Min.; R: Stéphane Brizé; D: Vincent Lindon, Mélanie Rover, Jacques Borderie. Start: 25.4. 

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