Drama 

Kampf um die ­Tochter: „My Zoe“ im Kino

Streng genommen erzählt „My Zoe“ gleich drei Dramen: ein Ehe- und Scheidungsdrama, ein Sterbe- und Trauerdrama und ein Ethik- und Medizindrama

Stephan Rabold / Warner

Der Film von Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Julie Delpy zerfällt dabei in drei aufeinanderfolgende Teile, die unterschiedlich spannend, interessant und glaubwürdig sind.

Die Genetikerin Isabelle und ihr Ex-Mann James leben in Berlin und streiten sich wegen des Sorgerechts für die junge Tochter Zoe. Ein elterlicher Kleinkrieg, der auch auf dem Rücken des Kindes ausgetragen wird. Die Geschichte nimmt eine dramatische und tragische Wendung, als Zoe einen zuerst harmlos erscheinenden Unfall erleidet und ihre Mutter eine fatale Entscheidung trifft …

Allroundstar Julie Delpy hat sehr lange an diesem Film gearbeitet und unglaublich viel hineingesteckt, nicht nur an schauspielerischer Verve, sondern auch an Themen und Konflikten. Dabei überfrachtet sie jedoch die Geschichte und macht sie vor allem im letzten Drittel nicht nur angreifbar, sondern auch wirr und oberflächlich. Was sich von einem quälenden Ehe­drama zu einer Tragödie entwickelt, wirkt dann unglaubwürdig und fadenscheinig.

My Zoe F/D/USA 2019, 102 Min., R: Julie Delpy, D: July Delpy, Richard Armitage, Daniel Brühl, Start: 14.11.

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