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„Kawa“ im Kino

Kawa

Ein anerkennendes Raunen ist zwischen den Dampfschwaden zu vernehmen, als der attraktive Kawa (Calvin Tuteao) ein Schwulenbad betritt: „Seht an, der edle Wilde“, sagt jemand. Das ist eine treffende Bezeichnung für diesen Vertreter der indigenen Maori in Neuseeland. Ein Mann, der eigentlich Frau und Familie hat, der seiner kleinen Tochter abends Geschichten erzählt und der doch nicht länger von diesem anderen Leben lassen will, zu dem es ihn mächtig hinzieht. Kawariki steht kurz vor seinem Coming-out, doch die Implikationen sind schwerwiegend. Denn er steht nicht nur in der Verantwortung für seine Familie, sondern auch für sein Volk, das durch seine beiden Eltern repräsentiert wird. Die Konflikte, vor denen Kawa steht, als Ehemann, Vater und Stammesführer, erzählt Katie Wolfe nach einem Buch von Witi Ihimaera in starken Bildern, in denen die besondere Landschaft Neuseelands eine wichtige Rolle spielt. Da wird an den Stränden gefeiert, und schließlich muss auch noch die kleine Tochter davor gerettet werden, sich in ihrer Verunsicherung in Gefahr zu begeben. Der beeindruckende Hauptdarsteller hält den Film aber trotz mancher Inkonsequenzen gut zusammen.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Kirsty Griffin / GMfilms

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Kawa“ im Kino in Berlin

Kawa (Nights In The Gardens of Spain), Neuseeland 2010; Regie: Katie Wolfe; Darsteller: Calvin Tuteao (Kawa), Nathalie Boltt (Annabelle), George Henare (Hamiora); 77 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 5. Juli

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