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„Kein Sex ist auch keine Lösung“ im Kino

Kein Sex ist auch keine Lösung

Dreimal Sex, dann ist Schluss, lautet die Devise des egozentrischen Werbetexters Tom. Dieser zeitgenössische Don Juan mit Dreitagebart, rasierter Brust und tief sitzender Bindungsangst erfährt widerstrebend einen anstrengenden Gesinnungswandel, als er sich zum ersten Mal ernsthaft verliebt. Mia Morgowski, die Autorin der Romanvorlage für diese Beziehungskomödie, und auch Regisseur Wacker waren beide in der Werbebranche tätig, was für eine gewisse Realitätsnähe bei der Darstellung vom Arbeitsumfeld des Weiberhelden bürgt. Geschmacklose Albernheiten werden vermieden; man ist bemüht, die Figuren nicht lächerlich zu machen und Empathie für sie zu vermitteln. Doch abgesehen vom Hauptdarstellerpaar und Corinna Harfouch als Toms frivole Mama agieren die Schauspieler gespreizt und ziemlich lahm, Armin Rohde als Werbechef neigt zum Chargieren. Der biederen Inszenierung mangelt es bis zum vorhersehbaren Happy-End an wirklich prickelndem Sex-Appeal und Drive, trotz einiger Nacktszenen und unmotiviert eingefügter Zeitraffersequenzen. So sieht man der geplanten Fortsetzung des Films lustlos entgegen.

Text: Ralph Umard

Foto: Georges Pauly / Studiocanal

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Kein Sex ist auch keine Lösung“ im Kino in Berlin

Kein Sex ist auch keine Lösung, Deutschland 2011; Regie: Torsten Wacker; Darsteller: Stephan Luca (Tom Moreno), Marleen Lohse (Elisa), Anna Thalbach (Paule/Nadja); 109 Minuten; FSK 12

Kinostart: 1. Dezember

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