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Kelis im C-Club

Kelis

Bekannt wurde sie 1999 mit dem Song „Caught Out Here“ und der Kampfansage „I Hate You So Much Right Now“. Es war der Beginn einer neuen, von Selbstbewusstsein und futuristischem Sound geprägten Ära im R’n’B. Kelis Rogers hätte in diesem Rahmen gut und gerne eine Anführerin werden können, die weiteren Hits „Milkshake“ und „Trick Me“ gaben zusätzlich Rückenwind. Aber danach geriet ihre Karriere ins Stocken. Die Produzenten The Neptunes mit Pharrell Williams an der Spitze waren ständig anderweitig beschäftigt, ihre Ehe mit Rapper Nas ging schnell in die Brüche, und die Annäherung an die elektronische Clubmusik eines David Guetta auf dem Album „Flesh Tone“ war überflüssig. Gut, dass Kelis damit nicht weitermacht. Sie distanziert sich jetzt von der Massenware des amerikanischen Establishments. Ihr neuer Produzent heißt Dave Sitek, den man von der experimentierfreudigen Band TV on the Radio kennt. Er hat der Lady eine Entspannungskur verordnet, die schon im ersten Track auf dem neuen Album „Food“ Wirkung zeigt. „This is the real thing about us“, singt sie da, hörbar euphorisiert. An die Stelle der Hasskappe rückt der Wunsch nach mehr Liebe. Die Musik macht einen natürlichen Eindruck. Aber Vorsicht! Wenn Kelis will, kann sie immer noch austeilen. Davon zeugt diese unvergleichliche Reibeisenstimme.

Text: Thomas Weiland

Foto: Olivia Malone

Kelis, C-Club, Columbiadamm 9-11, Tempelhof, Do 21.8., 20 Uhr, VVK: 27 Euro zzgl. Gebühr

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