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„Kick-Ass 2“ im Kino

Kick-Ass 2

Was würde passieren, wenn sich Comic-Fans wie du und ich Superhelden-Kostüme schneidern und auf Verbrecherjagd gehen? Sie bekommen ordentlich aufs Maul. Auch die Fortsetzung der bitterbösen Superhelden-Parodie „Kick-Ass“ (2010) verspottet genüsslich die Allmachtsfantasien der juvenilen Fans.
John Romita Jr., der Zeichner der Kick-Ass-Comicvorlage, ist der Sohn von John Romita Sr., dem einflussreichen Spider-Man-Zeichner der 1960er-Jahre. „Mit großer Macht kommt große Verantwortung“ heißt es pathetisch beim stets jugendfreien und ehrenhaften Spider-Man. Mit dieser Verantwortung können die pubertierenden Protagonisten Dave Lizewski alias Kick-Ass (Aaron Taylor-Johnson) und Mindy Macready alias Hit-Girl (Chloë Grace Moretz) in „Kick-Ass 2“ noch immer nicht umgehen und schlittern unversehens in einen sinnlos gewalttätigen Rachefeldzug gegen Chris D’Amico alias Motherfucker, den Sohn des getöteten Drogenbarons aus dem ersten Film. Verstärkung bekommen sie von dem militanten Christen Colonel Stars and Stripes (abgründig gespielt von Jim Carrey), der eine Vereinigung von Milchgesichtern mit dem Namen Justice Forever anführt.
Die eigentliche Hauptfigur des Films ist diesmal nicht Kick-Ass selbst, sondern das quirlige Teenie-Mädchen Hit-Girl. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Superhelden-Vaters Big Daddy gibt sich das bislang stets gewaltbereite Martial-Arts-Girl geläutert und geht wieder brav zur Schule. Doch die Integration in die Klassengemeinschaft und die angestrebte Metamorphose in eine niedliche Barbie schlägt gehörig fehl.
Zwar leidet die konsequent weitergedachte Nerd-Fantasie „Kick-Ass 2“ unter einem Problem, das viele Sequels haben: Man geht auf Nummer sicher und will dem Publikum all das bieten, was den ersten Teil ausgezeichnet hat. Nur schneller, lauter und härter muss es sein. Mehr erniedrigte Supernerds, noch mehr bekloppte Bösewichte, noch schonungslosere Gewalt in den Actionszenen. Im Fall von „Kick-Ass 2“ führt diese nicht besonders originelle Strategie jedoch zu einem auf die Spitze getriebenen Zynismus, den man so nicht allzu oft im Mainstream-Kino erlebt.

Text: Jörg Buttgereit

Foto: © Universal Pictures

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Kick-Ass 2“ im Kino in Berlin

Kick-Ass 2 (Kick-Ass 2: Balls to the Wall), USA 2013; Regie: Jeff Wadlow; Darsteller: Aaron Johnson (Dave Lizewski/Kick-Ass), Christopher Mintz-Plasse (Chris D’Amico/Red Mist), Chloë Grace Moretz (Mindy Macready/Hit-Girl) ; 103 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 15. August

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