Schwarze Komödie

„Killing God“ im Kino

Wer darf überleben? Unerbetener Besuch von ganz oben

Lupus Filmverleih

Als Gott sich an Silvester im Haus einer vierköpfigen Familie einnistet, hat er keine frohe Botschaft, im Gegenteil: Am nächsten Tag will er die gesamte Menschheit auslöschen, einzig von den vier Anwesenden dürfen zwei über­leben – welche, das sollen sie selber entscheiden. So jedenfalls verkündet es Gott, ein zottelbärtiger Zwerg, der die Anwesenden eher an einen Landstreicher erinnert. Dass er durchaus über gewisse Kräfte verfügt, hat er dem ­Zuschauer bereits in der Eröffnungsszene klargemacht.

Für das Ehepaar Ana und Carlos, für Carlos’ Vater und seinen jüngeren Bruder Santi wird dies die schlimmste Nacht ihres Lebens: Die Namen der Auserwählten auf ein Blatt Papier zu schreiben, zwingt jeden von ihnen, einerseits sein Verhältnis zu den anderen zu überdenken, andererseits sich aber auch über die künftige Menschheit Gedanken zu machen: Wer sollten deren Gründungseltern sein? Nicht erst in diesem Moment brechen ­familiäre Konflikte auf, eheliche Untreue, Macho-Verhalten, Selbstmordgedanken und Egoismus ­waren schon vorher deutlich zu erkennen.
Fünf Personen, eine Nacht lang eingeschlossen in einem Haus, das birgt großes Potenzial, das der Film durch präzise Kadragen und ein Ambiente voller ausgestopfter Tiere unterstreicht. Zudem wird der Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt, denn keine der Personen wirkt sehr sympathisch. Seinen bösen Tonfall hält „Killing God“ bis zum Ende durch. Damit ist er 2018 der einzige Anti-Weihnachtsfilm in deutschen Kinos.

Killing God E 2017, 93 Min., R: Caye Casas und Alberto Pinto, D: Eduardo Antuna, Itziar Castro, David Pareja, Boris Ruiz, Emilio Gavira, Start: 27.12.

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