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„Kings of Kallstadt“ im Kino

Kings of Kallstadt

Die Regisseurin Simone Wendel stammt aus Kallstadt. Doch nicht nur sie: Auch die Vorfahren des berühmten amerikanischen Ketchup-Herstellers Heinz sowie die Großeltern des US-Immobilientycoons Donald Trump nannten das pfälzische Örtchen ihre ursprüngliche Heimat. Für Wendel Grund genug, einerseits den Ort und seine Bewohner zu porträtieren und andererseits in den USA dem Geschichtsbewusstsein der berühmten Auswanderernachfahren nachzuspüren. Dass Wendel dabei auch den vielbeschäftigten – und im Gegensatz zu seinem sympathischen Cousin leicht desinteressiert wirkenden – Donald Trump vor die Kamera bekommt, mag überraschend sein, ist jedoch sicher nicht der Höhepunkt ihrer unterhaltsamen Dokumentation „Kings of Kallstadt“. Denn im Mittelpunkt stehen sowieso die unprätentiösen Kallstädter, die sich deutlich mehr für Saumagen und die nächste Weinlese interessieren als für Baseball und amerikanisches Geschäftsgebaren. Das stellt sich zumindest heraus, als eine Kallstadt-Abordnung in die USA reist, um das Heinz-Unternehmen in Pittsburgh zu besuchen und an der deutsch-amerikanischen Steuben-Parade in New York teilzunehmen. Wendels leicht ironische Erzählerstimme schafft dabei Distanz zum allzu Heimeligen und macht auch ohne direkten Kommentar deutlich, wem ihre Sympathien gelten: den bodenständigen und mit reichlich Humor gesegneten Kallstädtern – wo immer sie auch leben mögen.

Text: Lars Penning

Foto: Projekt Gold

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Kings of Kallstadt“ im Kino in Berlin

Kings of Kallstadt, Deutschland 2014; Regie: Simone Wendel; 92 Min.

Kinostart: Do, 25. September 2014

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