Kino & Stream

Kino.to abgeschaltet

Vernetzte WeltWie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) heute bekannt gibt, rückten unter der Leitung der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) allein in Deutschland 250 Polizisten und Steuerfahnder sowie 17 Datenspezialisten aus, um 20 Wohnungen, Geschäftsräume und Rechenzentren zu durchsuchen. Dabei wurden 13 Personen verhaftet und die Domain kino.to seitens der Polizei beschlagnahmt. Darüber hinaus nahmen die Behörden mehrere so genannte Streamhoster vom Netz, bei denen die auf den Portalen verlinkten Raubkopien abgelegt sind. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden war der „Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“ der Anlass für diese Maßnahme.
Losgetreten hatte das aktuelle Verfahren die GVU am 28. April 2011 mit einem Strafantrag. Zuvor war die GVU zu der Erkenntnis gelangt, dass es sich bei kino.to um ein „arbeitsteiliges parasitäres Geschäftsmodell handelt, welches auf Grundlage von systematischen Verletzungen von Urheber- und Leistungsschutzrechten einzig zu dem Zweck etabliert wurde, allen Beteiligten dauerhafte Einkünfte aus illegalen Profiten zu verschaffen“. Indizien hätten dabei auf „eine enge Verflechtung von mehreren Streamhostern mit der Portalseite kino.to“ verwiesen.
Nachdem sich der Anfangsverdacht, einige dieser Speicherdienste würden „aktiv zum Funktionieren des Systems kino.to beitragen oder seien eigens zu diesem Zweck gegründet und von den Verantwortlichen der Portalseite www.kino.to selbst betrieben worden“, bestätigt hat, wurden bei den zuständigen Gerichten Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle beantragt. Die Ermittlungen werden noch fortgesetzt.
„Wir sind beeindruckt, mit welchem personellen Einsatz, und mit welcher Effizienz und Sachkenntnis die INES ihre bisherigen Ermittlungen in dem Verfahrenskomplex kino.to durchgeführt und zügig in diese umfassende Durchsuchungsaktion einmünden lassen konnte. Gerade den extrem verflochtenen Strukturen solch professioneller digitaler Hehler wie den Betreibern des ‚Systems kino.to‘ kann nur eine fachlich gut aufgestellte und dem entsprechend personell und technisch ausgestattete Ermittlungseinheit wie die INES wirkungsvoll entgegentreten“, erklärte GVU-Geschäftsführer Dr. Matthias Leonardy. Die GVU fordert daher die Einrichtung weiterer solcher Ermittlungseinheiten gegen Internetkriminalität, d.h. „Behörden, deren Kompetenz nicht an der nächsten Gerichtsbezirksgrenze endet“. „Nur auf diese Weise wird man der per se nicht an Regionalgrenzen gebundenen Strukturen der Internetkriminalität im Urheberrecht wirksam etwas entgegen setzen können“, so Leonardy.

Quelle: Blickpunkt:Film

Foto: Gerd Altmann / pixelio.de

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