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Kino aus der DDR: „Hände hoch oder ich schieße“

haende_hochSie knüpften in ihrer Ästhetik auch an Filme der Nouvelle Vague und des jungen europäischen Films an. Mit „Hände hoch oder ich schieße“ kommt jetzt noch ein im Anschluss an das 11. SED-Plenum verbotener Film ins Kino. Dem trauten selbst Regisseur Kasprzik und Drehbuchautor Rudi Strahl nach einer erneuten Sichtung, 1989, keinen Erfolg mehr zu und verzichteten damals auf eine Rekonstruktion.

Damit hatten sie Recht, denn ihre Komödie ist eine unglaublich biedere Posse um einen chronisch unterbeschäftigten Kleinstadtkriminalisten und seinen Ganovenfreund, der ein Verbrechen vortäuscht, damit der Polizist nicht vollkommen depressiv wird.
Interessant wird die späte Erst­aufführung allein durch den erschütternden Eindruck, den sie von der allumfassenden Einfalt und tiefen Humorlosigkeit der offiziellen DDR-Kultur vermittelt. Was muss das für ein Land gewesen sein, dessen Zensoren auf solch witzelnde Nichtigkeiten mit einem Verbot reagierten?

Text: Nicolaus Schröder
 
tip-Bewertung
: Uninteressant

Hände hoch oder ich schieße DDR 1966; Regie: Hans-Joachim Kasprzik; Darsteller: Rolf Herricht (Holms Kriminalist), Evelyn Cron (Lucie), Zdenek Stepa­nek (Pinkas); Schwarz-Weiß, 81 Minuten; Kinostart: 2. Juli

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