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„Kinshasa Symphony“ im Kino

Kinshasa Symphony

Was tun in einem von Armut, Krisen und Kriegen gebeutelten Land wie dem Kongo? Durchhalten und gemeinsam an einer Sache arbeiten, die über das nackte Überleben hinauszielt: Für rund 250 Menschen in der neun-Millionen-Metropole Kinshasa ist ausgerechnet die klassische europäische Musik so identitäts- und sinnstiftend geworden, dass sie ihnen nicht nur ein ausgetüfteltes Zeitmanagement, sondern auch ein hohes Improvisationstalent abverlangt. Die Frauen und Männer spielen in dem Orchestre Symphonique Kimbanguiste, und was das für sie bedeutet, vermittelt die Dokumentation von Claus Wischmann und Martin Baer so lebensnah wie möglich. Stromausfälle bei den Proben sind keine Seltenheit, ebenso Straßenlärm, Gestank und Staub. Hinzu kommen marode Instrumente, fehlende Ersatzteile und immer wieder der Kampf gegen die Müdigkeit nach einem langen, anstrengenden Tag. Trotzdem wird das Open-Air-Konzert zum Unabhängigkeitstag der Demokratischen Republik Kongo ein mitreißender Erfolg. „Kinshasa Symphony“ begleitet den Weg dahin und deckt anhand von Einzelschicksalen den Alltag der Musiker auf, ohne die Politik dabei gänzlich auszu­blenden.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Kinshasa Symphony“ im Kino in Berlin

Kinshasa Symphony, Deutschland 2010; Regie: Claus Wischmann und Martin Baer; 95 Minuten

Kinostart: 23. September

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