Dokumentarfilm

„Kleine Helden“ im Kino

Tugdual ist an Krebs erkrankt und eines von fünf porträtierten Kinder dieses Films, die eine schwere Krankheit verbindet.

Little Dream Entertainment

„Das ist der Hahn. Er ist ein bisschen traurig, weil alle seine Frauen tot sind.“ Das sagt ­Tugdual und schaut dabei ausdruckslos direkt in die Kamera, während er neben dem ­Blumenbeet im Garten sitzt. Tugdual ist an Krebs erkrankt und eines von fünf porträtierten Kinder dieses Films, die eine schwere Krankheit verbindet. So ziehen sich Klinikaufenthalte, Therapien und Dialysen durch ihren Alltag, der doch eigentlich von Unbeschwertheit, Bewegung und Entdeckungen dominiert sein sollte. Es fließen Tränen, man sieht auch schwer zu ertragende Szenen, in denen sich die Kinder vor Schmerzen krümmen und Angst haben.

Gleichwohl ist dies alles andere als ein ­trauriger Film, vielmehr bewundert man die Kinder, die es schaffen, ihre Sorgen zu vergessen, indem sie den Moment leben: Wie Imad, der im einen Moment bei seiner ­Behandlung vor Angst weint, dann kurz schweigt und sich daraufhin mit einen Lächeln an den Küchentisch setzt und sich über versalzene Champignons beschwert.
Dabei begegnet der Film den Kindern buchstäblich auf Augenhöhe, es wird erzählt, was sie erzählen wollen und die Kamera folgt ­ihnen auf ihrer Kopfhöhe. So schafft es die Regisseurin Anne Dauphin Julliand dieses sensible Thema mit viel Zärtlichkeit zu ­behandeln. Das einzig Störende: die emotional zu aufgeladene und deshalb recht überflüssige Musik. 

Kleine Helden F 2016, 80 Min., R: Anne Dauphin Julliand, Start: 20.9.

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