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„Knistern der Zeit“ im Kino

Knistern der Zeit

Christoph Schlingensief starb im August 2010 in Berlin an Krebs. Zu den letzten Projekten des umtriebigen Gesamtkünstlers zählte die Errichtung eines Operndorfes im afrikanischen Burkina Faso – eine Kulturstätte aus dem Geist von Joseph Beuys und mit praktischen Beigaben wie einer Schule und einer Krankenstation. Sibylle Dahrendorf erzählt in „Knistern der Zeit“ von der Entstehungsgeschichte dieses Dorfes in der Savanne südlich der Sahara, zugleich ist der Film eine Geschichte des Abschieds von Schlingensief, der in Afrika auch „Singlefinger“ genannt wurde, und ein Stück Trauerarbeit. Von der Suche nach einem geeigneten Ort über die Verhandlungen mit den lokalen Autoritäten bis zu einer ersten Einweihung verlaufen die Ereignisse, geprägt aber wird alles von der immer noch so vertraut wirkenden, energischen Präsenz von Schlingensief. In „Knistern der Zeit“ geht es in erster Linie um ein Gedenken an ihn, wodurch der eine intime Moment der Erschöpfung, den Dahrendorf zulässt, erst so richtig kostbar und schmerzlich wird.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Philipp Tornau / Filmgalerie 451

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Knistern der Zeit“ im Kino in Berlin

Knistern der Zeit – Christoph Schlingensief und sein Operndorf in Burkina Faso, Deutschland 2012; Regie: Sibylle Dahrendorf; 106 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 7. Juni 2012

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