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„Kochen ist Chefsache“ im Kino

Kochen ist Chefsache

Die Hierarchien in Küchenbelegschaften und die Erotik von Aromen und Konsistenzen inspirieren das Kino immer wieder. So auch in der Komödie „Kochen ist Chefsache“, in der mit dem kulinarischen Thema auch das wahre Savoir-vivre gefeiert wird. Der linkische Jacky ist ein Naturtalent an den Töpfen, verliert aber durch seinen Übereifer regelmäßig Jobs in simplen
Pariser Kantinen. Als Starkoch ­Alexandre Lagarde zufällig eine von Jackys Suppen kostet, engagiert er den Neuling: Für den Meister gilt es, dringend seinen dritten Michelin-Stern zu verteidigen. Viel Witz zieht der Film aus dem Aufeinanderprallen seiner Hauptfiguren, die Chemie stimmt zwischen Jean Reno als selbstherrlichen Meister und Michael Youn als nicht minder kapriziösem Kulinarik-Mozart. In den besten Momenten versucht das Duo, sich die Hi-Tech-Methoden der spanischen Molekularküche anzueignen. Seitenzweige der Handlung um romantische Angelegenheiten verblassen da vor urkomischen Szenen, in denen Renos Küche zum Dampflabor mutiert. Wer den Molekular-Star Ferran ­Adriа aus der Doku „El Bulli“ als etwas verbissenen Tyrannen in Erinnerung hat, verteilt nach „Chefsache“ einen Siegpunkt nach Frankreich.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Nicolas Schul / Senator Film Verleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Kochen ist Chefsache“ im Kino in Berlin

Kochen ist Chefsache (Comme Un Chef), Frankreich 2012; Regie: Daniel Cohen; Darsteller: Jean Reno (Alexandre Lagarde), Michaël Youn (Jacky Bonnot), Raphaëlle Agoguй (Bйatrice); 88 Minuten; FSK 0

Kinostart: 7. Juni

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