Abenteuerfilm

„König Laurin“ im Kino

Einer alten Südtiroler Sage zufolge entführte der Zwergenherrscher Laurin die Prinzessin Similde, um sie als Frau zu besitzen. Beim Versuch, die geraubte Braut zu befreien, kam es zum Zweikampf zwischen König Dietrich von Bern und Laurin. Der unterlag, wurde in Ketten gelegt und starb in Gefangenschaft.

Foto: Zorro Filmverleih

Hier nun wird die Geschichte verdreht dargestellt: Der Brauträuber, der beim Duell tückisch mit Zauberkraft gekämpft hat, erscheint nun als Opfer falscher Anschuldigungen, und die bekanntlich Bergbau betreibenden Zwerge sind merkwürdigerweise als Gärtner tätig. Zentrales Handlungsmotiv ist der Vater-Sohn-Konflikt zwischen dem ruhmreichen Recken Dietrich und seinem kleinwüchsigen, kampfsportlich untauglichen Sprössling, der heimlich Floristik beim einsam in den Bergen lebenden Laurin lernt.

Es zeugt von Wagemut, wenn der Südtiroler Nachwuchsregisseur Matthias Lang mit beschränktem Budget für seine Abschlussarbeit an der Münchner Filmhochschule ausgerechnet ein produktionstechnisch und ausstattungsmäßig anspruchsvolles Genre wie den Ritterfilm gewählt hat. Mit unbefriedigendem Ergebnis. Nicht wegen der sparsamen Ausstattung. Aber die Dramaturgie auf Kinderfilmniveau und das unbeholfene Auftreten der farblosen Darsteller erwecken den Eindruck, einem Laienspiel beizuwohnen, das schließlich zum Affentheater wird, wenn angreifende Barbaren von Juckreiz gequält kreischend herumhampeln. Ralph Umard

König Laurin D 2016, 85 Min., R: Matthias Lang, D: Volker Zack, Florian Burgkart, Rufus Beck, Start: 1.9.

Bewertungspunkte5

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