Musikdoku

„Könige der Welt“ im Kino

Auf- und Abstieg: Union Youth waren ­“Könige der Welt“

Foto: W-Film

Die Band Union Youth: vier Jungs, die sechs Jahre nach dem Tod Kurt Cobains davon überzeugt waren, vom niedersächsischen Flachland aus mit ihrem Post-Grunge die Musikwelt zu erobern. Das Projekt schlug wider Erwarten ein: Sie bekamen einen Major-Plattenvertrag, Auftritte bei Festivals. Überflieger? Mitnichten, denn schon die anfängliche trügerische Idylle eines Sanatoriums lässt ahnen, dass etwas schief gelaufen sein muss – besonders mit Maze Exler, dem Sänger und Gitarristen, der hier einen Entzug macht.

Christian von Brockhausen und Timo Grosspietsch rekonstruieren mit großer Sensibilität den Ruin einer Band-Karriere. Sie erzählen das Ende von Freundschaften, von schwierigen Versuchen, 15 Jahre später alte Geschichten auf- und zu verarbeiten und der Heraus­forderung, mit der neuen Band Pictures die Gespenster der Vergangenheit zu bannen; immer in Angst vor einem erneuten, alles zunichte machenden Kontrollverlust ihres Sängers. Großer Respekt gilt vor allem Maze Exler, der als Fixpunkt des Films großen Mut zeigt, sich so offen vor der ­Kamera seinen Dämonen zu stellen. 

Könige der Welt D 2017, 94 Min., R: Christian von Brockhausen, Timo Grosspietsch, Start: 19.7.

 

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