Episodenfilm

„Köpek – ­Geschichten aus Istanbul“ im Kino

„Ich habe nichts Unrechtes getan“, fleht Hayat ihren Mann an. Aber der lässt seiner Wut freien Lauf: „Dir werd ich’s zeigen!“

Foto: GM Films

Zwei Polizisten kommen dazu und schlagen sich auf die Seite des Mannes: „Mach ihn nicht wütend!“ In der türkischen Gesellschaft sind es, wie überall, die Verhältnisse zwischen den Klassen und den Geschlechtern, aus denen die Geschichten entstehen.
Esen Işik erzählt von Menschen, zwischen denen das verbindende Element manchmal nur ein Windstoß ist, der durch die Stadt weht. Cemo, ein Junge von zehn Jahren, findet einen Hund und möchte ihn retten. Der Vater weist ihn brüsk zurecht: „Wir haben doch so schon nicht genug.“
Die Transsexuelle Ebru sieht den Mann vorübergehen, den sie liebt. Er ist in Begleitung einer Frau. Auch das eine Begegnung von Welten, die im Zeichen der Heimlichkeit steht. Ruhig und mit sehr gut gewählten Darstellern erzählt Esen Işik von Menschen in Istanbul, die mit ihren Sehnsüchten und Ängsten allein bleiben, die zwischen den offiziellen Verhältnissen ihren Ort suchen. Ein Polizist, der den Hund tritt, verkörpert die Achtlosigkeit gegenüber den Dingen, auf die dieser Film gerade Wert legt.

Köpek – Geschichten aus Istanbul CH/TUR 2015, 94 Min., R: Esen Işik, D: Beren Tuna, Baris Atay, Start: 13.10.

Bewertungspunkte2

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