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„Konferenz der Tiere“ im Kino

Konferenz der Tiere

60 Jahre, nachdem der Löwe Leopold, der Elefant Oskar und all die anderen Helden in Erich Kästners „Die Konferenz der Tiere“ angesichts der Unfähigkeit unserer Spezies die Belange des Weltfriedens in die eigenen Pfoten und Klauen genommen haben, ist erneut animalisches Eingreifen gefragt. Diesmal sind es Klimawandel und Umweltzerstörung, die vom Polarmeer bis zu den Tropen Lebensräume vernichten und die Tiere zum Handeln zwingen.
Reinhard Klooss und Holger Tappe, die Produzenten der Urmel-Filme, liefern mit „Konferenz der Tiere“ ein kindgerechtes Stück Öko-Agitprop mit einer gelungenen Mischung aus Witz und Pathos. Der gallische Hahn Charles, seinem Schicksal als Coq au vin entronnen, gibt den Heeresstrategen und macht der Elefantendame Angie, Chefin der Savannentiere, galant den Hof – das ist noch nicht politisches Kabarett, aber wie Figurendramaturgie und Dialoge insgesamt von humorvollem Charme.
Je differenzierter die Tiere sind, desto eindimensionaler kommen die Menschen daher. Hier sieht man der Animation auch das vergleichsweise bescheidene deutsche Budget am deutlichsten an. Die dritte Dimension kommt aber doch so nahe, dass man sich unter den Antilopendung-Golfkugeln wegduckt und das Erdmännchenfell in der Nase kitzelt. Die kindliche Zielgruppe dürfte ihre erquickende Freude daran haben.

Text: Stella Donata Haag

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Konferenz der Tiere“ im Kino in Berlin

Konferenz der Tiere, Deutschland 2010; Regie: Holger Tappe und Reinhard Klooss; Sprecher: Ralf Schmitz (Billy, das Erdmännchen), Thomas Fritsch (Sokrates, der Löwe), Christoph Maria Herbst (Charles, der gallische Hahn); 93 Minuten

Kinostart: 7. Oktober

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