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„Kopfgeld – Perrier\s Bounty“

Kopfgeld

Was ist Ian Fitzgibbons‘ „Kopfgeld – Perrier’s Bounty“ für ein Film? Darüber sind sich die Hauptdarsteller im Making-Of-Featurette auf der DVD nicht ganz einig. Der dreitagebärtige Cillian Murphy findet, es handele sich um einen urbanen Western. Jim Broadbent glaubt, dass man ihn eigentlich gar nicht beschreiben kann. Und Brendan Gleeson sagt einfach nur, dass er mutig sei. Nachdem man die Gangsterkomödie gesehen hat, erscheint allerdings nur Murphys Statement zutreffend. Denn mutig? Und nicht zu beschreiben? Schon der Ausgangspunkt für die weiterführenden Verwicklungen um viel Geld, Drogen und – zunächst – eine Leiche ist nicht wirklich neu: Ein junger Mann ist in Dublin auf der Flucht vor einem Kredithai und reitet sich, hier an der Seite seines angeblich schwer kranken Vaters und einer depressiven Nachbarin, immer weiter ins Schlamassel.
„Kopfgeld“ strengt sich dabei sichtbar an, eine lockere Coolness und schwarzhumorige Rasanz mit einem Hauch Drama zu entwickeln. Doch anders als bei Subgenrevertretern wie Guy Ritchies „Bube, Dame, König, Gras“ oder „Brügge sehen… und sterben?“ will das hier nicht so recht gelingen. Es bleibt daher nur bei einigen skurrilen Einfällen und hochkarätigen Darstellern, die selbst durch Witzlosigkeit kaum zu erschüttern sind und „Kopfgeld“ zu einer immerhin streckenweise unterhaltsamen Angelegenheit machen. Auf das DVD-Bonusmaterial trifft das allerdings nicht zu: Neben gegenseitigen Bauchpinseleien von Cast und Crew in einem Featurette und in einigen Interviews, gibt es nur noch ein paar unkommentiert uninteressante Impressionen vom Set.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Zwiespältig

Kopfgeld (Perrier’s Bounty); Irland/Großbritannien 2009; Regie: Ian Fitzgibbon; Darsteller: Cillian Murphy (Michael), Jim Broadbent (Jim), Brendan Gleeson (Perrier); 88 Minuten. Bonusmaterial: Interviews, Featurette, Drehimpressionen, Trailer.

Erschienen bei Ascot Elite

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