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Kosslick lädt Panahi in Berlinale-Jury ein

Jafar PanahiDieter Kosslick hat den renommierten iranischen Regisseur Jafar Panahi in die Wettbewerbsjury der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin eingeladen. Panahi war auf der Berlinale 2006 für „Offside“ mit dem Silbernen Bären – Großer Preis der Jury ausgezeichnet worden. „Wir hoffen sehr, dass Jafar Panahi die Möglichkeit erhält, diese wichtige Aufgabe in der Internationalen Jury der 61. Berlinale zu übernehmen“, so Berlinale-Direktor Kosslick.
Der Filmemacher sollte bereits Gast der Berlinale 2010 sein – damals war ihm jedoch die Ausreise aus seiner Heimat Iran verweigert worden. Kurz darauf war er verhaftet worden, weil man ihm vorwarf, einen regimekritischen Film über die konfliktreiche Präsidentschaftswahl 2009 vorzubereiten. Panahi war daraufhin in einen Hungerstreik getreten, es gab zahlreiche Solidaritätsbekundungen aus der Branche, von Juliette Binoche bis Steven Spielberg sowie von diversen Filmfestivalchefs. Ende Mai war Panahi schließlich gegen Kaution entlassen worden, jüngst fand ein Prozess vor einem Revolutionsgericht statt, das Urteil steht jedoch noch aus.
Jafar Panahi hatte mehrere Kurz- und Dokumentarfilme für das iranische Fernsehen gedreht und bei mehreren Filmen als Regieassistent gearbeitet, bevor er seine eigene Kinokarriere begann. Seine Filme wurden vielfach auf internationalen Festivals ausgezeichnet: Auf sein Kinodebüt „Badkonake sefid“ („Der weiße Ballon“, 1995 Camera d’or in Cannes) folgten „Dayereh“ („Der Kreis“, 2000 Goldener Löwe in Venedig), „Ayneh“ („The Mirror“, 2003 Goldener Leopard in Locarno), „Talaye sorkh“ („Crimson Gold“, 2003 Prix du Jury – Un Certain Regard in Cannes) und „Offside“ (Silberner Bär in Berlin 2006). Sein letzter Kurzfilm „The Accordion“, feierte bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig Premiere.
Die Jury-Präsidenten der Berlinale 2011 ist Isabella Rossellini.

Quelle: Blickpunkt:Film

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