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„Krieg der Götter 3D“ im Kino

Krieg der Götter

Eine schwere Probe für die Götter: den Menschen dürfen sie nicht zu Hilfe kommen, denn die sollen ihren eigenen freien Willen bekunden. Aber können sie das überhaupt, angesichts der Übermacht der Truppen des Königs Hyperion? Der muss sich nur des sagenumwobenen Epirus-Bogens bemächtigen, um die Menschheit ebenso endgültig auszurotten wie auch die Götter, indem er die Titanen befreit und auf sie hetzt. „Von den Produzenten von ‚300‘“ verkündet das Plakat, das gibt die Richtung vor: wenn hier die Götter schließlich doch in den Kampf ziehen, dann spritzt das Blut ähnlich kunstvoll in Zeitlupe wie damals bei Zack Snyder. Regisseur Tarsem Singh („The Cell“, „The Fall“) wollte sich allerdings nicht mit dem Stil einer graphic novel zufrieden geben, sondern strebte nach Höherem, dem visuellen Äquivalent klassischer Gemälde. Das produziert hier einige eindrucksvolle Tableaus, aber wenn das ganze alte Griechenland nur aus Orten besteht, die an Felsklippen angesiedelt sind, dann hat man mit fortschreitender Handlung eher den Eindruck, sich bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg zu befinden. Die kargen, stilisierten Sets haben einen gewissen Reiz, aber mit einem Regisseur, der sich wenig um narrative Zusammenhänge schert, verkommen sie zu dekorativen Schnappschüssen ohne Handlungsrelevanz. So bleibt am Ende eher Mickey Rourke als machtlüsternes Monster im Gedächtnis.

Text: Frank Arnold

Foto: Constantin Film

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Krieg der Götter 3D“ im Kino in Berlin

Krieg der Götter 3D (Immortals); Regie: Tarsem Singh; Darsteller: Henry Cavill (Theseus), Mickey Rourke (König Hyperion), Stephen Dorff (Stavros), Freida Pinto (Phaedra); 110 Minuten; FSK: 16

Kinostart: 11. November

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