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„Krieg der Knöpfe“ im Kino

Krieg der Knöpfe

Im Abstand von einer Woche kamen im Vorjahr in Frankreich gleich zwei Remakes des Kinderfilmklassikers „Krieg der Knöpfe“ heraus; der erste inszeniert von Yann Samuell, der zweite von Christophe Barratier. Der Originaltitel des Nachzüglers kündigt bauernschlau an, der Krieg ginge gleich in die zweite Runde. Tatsächlich ist er keine Fortsetzung, sondern sogar die altbackenere Version – Kunststück, denn Barratier ist der Chefnostalgiker des aktuellen französischen Kinos.
Natürlich ist auch bei ihm das Scharmützel zwischen „Schlappschwänzen“ und „Arschgeigen“ vergnüglich, die Geschichte um verletzte Ehre und putzige Loyalität ist eben ein Dauerbrenner. Die satirische Schärfe der legendären Verfilmung von Yves Robert jedoch strebt Barratier gar nicht erst an. Angesiedelt ist sein Film im Frühjahr 1944, am Ende der hier sehr pittoresken deutschen Besatzung. Das verleiht dem Ganzen eine unbeschwerte Dramatik und dem Zuschauer die wohlige Gewissheit, dass (fast) alle Franzosen in der Rйsistance waren.

Text: Gerhard Midding

tip-Bewertung: Annehmbar

Foto: Delphi Filmverleih

Orte und Zeiten: „Krieg der Knöpfe“ im Kino in Berlin

Krieg der Knöpfe (La nouvelle guerre des Boutons), Frankreich 2011; Regie: Chris­tophe Barratier; Darsteller: Laetitia Casta (Mademoiselle Simone), Guillaume Canet (Paul, der Lehrer), Kad Merad (Lebracs Vater); 90 Minuten; FSK 6

Kinostart: 12. April 2012

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