Puppentrickfilm

„Kubo – Der tapfere Samurai“ im Kino

Stop-Motion-Puppentrickfilme gibt es nur ­wenige, das bedingt schon die lange Produktionszeit

Foto: Universal Pictures

Bei der frickeligen Arbeit auf den Sets müssen die Puppen für jede einzelne Einstellung schließlich millimeterweise bewegt werden. Dafür besitzen diese Filme aber auch einen handwerklichen Charme, der den meisten anderen Trickfilmen abhandengekommen ist.
Insofern ist es erstaunlich, dass die auf Puppen-Stop-Motion spezialisierte US-Produktionsfirma Laika, die mit der fantastisch-düsteren Kinderfabel „Coraline“ (2009) bereits einen echten Klassiker geschaffen hat, ihren mittlerweile vierten Film „Kubo – Der tapfere Samurai“ jetzt optisch derart geglättet hat, dass ebendieser handwerkliche Charme kaum mehr spürbar ist. Im Grunde sieht „Kubo“ aus wie ein – guter – Computeranimationsfilm.
Was schade ist, letztlich aber nichts an der Tatsache ändert, dass Regisseur Travis Knight einen schönen Film mit vielen attraktiven ­Ideen präsentiert, wie etwa den Faltfiguren aus Papier, die zum Leben erwachen, wenn der Titelheld Kubo auf dem Marktplatz seine mythischen Fabeln erzählt. Dabei überzeugt die Geschichte des Jungen Kubo, der im alten Japan an der Seite eines lebendig gewordenen Affen-Talismans und eines in einen Käfer verzauberten Samurais nach einer legendären Rüstung sucht, die ihm im Kampf gegen den bösen Mondkönig helfen soll, mit ungewöhnlich melancholischer Grundstimmung, einem ausgewogenen Mix aus Drama und Komik sowie für einen Familienfilm überraschenden Plotwendungen.

Kubo and the Two Strings (OT) USA 2016, 107 Min., R: Travis Knight, Start: 27.10.

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